letztes_hemdINTERRELIGIÖSE UND INTERNATIONALE BEGEGNUNG MIT KUNST - DORNACH GIBT SEIN LETZTES HEMD

Eine Einladung zu Begegnung und Stille: Sakralräume als besondere Räume boten den Rahmen zur Begegnung der beiden Religionen- ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede - und mit in Linz beheimateten internationalen Textil-KünstlerInnen, die während dieser vier Wochen mit ihren Arbeiten in diesen Räumen zu Gast sein waren.

In der Heilig-Geist-Kirche, einem monumentalen Sichtbetonbau aus den 1970er Jahren waren Bildteppiche des bekannten Linzer Textilkünstlers und Gründers der Abteilung für Textil an der Linzer Kunstuniversität, Prof. Fritz Riedl - erstmals in dieser Dimension in Linz - zu sehen. In hoher Dichte beleuchteten die Bildteppiche des Künstlers, der zu den bedeutendsten Protagonisten der österreichischen Moderne nach 1945 zählt, auch Einblicke in die biografischen Aspekte seines Werks.

Seine Nachfolgerin an der Kunstuniversität, die in Linz lebende schwedische Textilkünstlerin Prof. Marga Persson, setzte sich auf Einladung der Evangelischen Versöhnungskirche mit dem Innenraum der von Roland Rainer erbauten Kirche in ihrer dreiteiligen Installation „re-form” auseinander. Die Papierarbeiten 45 days of everyday passion, Carry on und Overcome Cover loteten die Vielfalt möglicher Formen und Strukturen aus, die im Wiederholungsprozess entstehen, und antworteten damit auf die Architektur des Raums aus Ziegeln, Holz und Stahlträgern in sensibler und ausdrucksstarker Weise

Auf den Raum der Stille, einen interkulturellen Sakralraum in der Katholischen Hochschulgemeinde, der von StudentInnen der Linzer Kunstuniversität entworfen wurde, bezogen sich die textilen Werke der Taiwanesischen Künstler Lee Chen-Hao und Chang Ming-Chi. Gewebt in der speziellen Jaquardtechnik und zu Objekten geformt, spielten sie mit den Gegensätzen Licht und Schatten, Tod und Leben mittels traditioneller taiwanesischer Symbole aus Buddhismus und Taoismus.

Das Thema Textil wurde zudem aus dem Kontext der Kunst in den Kontext des Alltags transferiert. Unter dem Titel „Dornach gibt sein letztes Hemd” wurden die DornacherInnen eingeladen, ihre eigene Textil-Präsentation zu gestalten. Die von Studierenden der Abteilung Textil/Kunst&Design der Kunstuniversität Linz gestaltete Ausstellung präsentierte über 75 Lieblingstextilien von StadtteilbewohnerInnen, verbunden mit der persönlichen Geschichte der LeihgeberInnen. Nicht ein künstlerischer oder handwerklicher Wert stand dabei im Vordergrund, sondern die persönliche Bedeutung und der Bezug zur eigenen Biografie.