bankundstiefelWANDERBANK

Eine Sitzbank geht den Wanderungsbewegungen „moderner Nomaden” nach. Menschen siedeln sich an, lassen sich nieder, ziehen weiter, immer den neu entstehenden Wohngebieten am Stadtrand nach. Was die „Wanderbank” erlebt, was mit und an ihr geschieht, steht symbolisch für das Erleben der „wandernden” Menschen.

Die WANDERBANK war unterwegs und besuchte jede Woche einen anderen Stadtteil im Linzer Süden.
Vieles hat sie seit Anfang Oktober erlebt. Sie wurde geschmückt und gefeiert, aber auch ihres Schmuckes beraubt und verschmutzt. Sie hat Konzerte und Sitzungen erlebt und Menschen zusammengebracht. Um sie wurde gebangt, und für sie wurde geworben. Sie wurde eingeladen und stehen gelassen.

Sie war Schulbank und Ersatzbank beim Fußballspiel, Kaffeehausbank und Parkbank, Nationalbank und Samenbank. Sie war Blutbank bei der Blutspendeaktion und Volksbank im öffentlichen Raum, Sandbank im Kindergarten, Wartebank an der Haltestelle und Sitzgelegenheit für verliebte Pärchen bei der Jubelhochzeitsfeier. Die Wanderbank hat sich verändert. Sie ist bunter geworden, hat Rollen bekommen und das eine oder andere Anhngsel. Sie ist gehätschelt und gepflegt worden, aber auch ihres Schmuckes beraubt und ramponiert. Sie war öffentliche Bank, für alle benutzbar und persönliche Bank derer, die um ihr Wohlergehen gezittert haben. (Können wir sie noch eine Nacht allein dort stehen lassen?) Menschen haben sie in Bewegung gesetzt: geschoben, getragen, per Traktor gefahren. Und Menschen haben sich in Bewegung gesetzt.

Die WANDERBANK war Ort der Begegnung und Anlass für Begegnung. Menschen haben sich zusammengesetzt, die sonst kaum Verbindung aufgenommen htten. Sie wirkte verbindend zwischen einzelnen Stadtteilen, z. B. bei den Übergabefesten und zwischen Jung und Alt beim Fest der Gegensätze und der Toleranz in Pichling. Sie war Gast bei verschiedenen Veranstaltungen wie dem Jubiläumskonzert der Swinging Pfadis und Anlass für Veranstaltungen wie dem Coffee to help zugunsten der Caritas-Kinderhilfe.

Das Gästebuch und die Fotos erzählen von vielfältigen Begegnungen und vielen Menschen, die sich bei ihr und auf ihr niedergelassen haben. Demnächst ist ihre Wanderzeit zu Ende. In Ebelsberg wird sie ihre Heimat finden. Vorerst!

Auszug aus dem Endbericht/Resumee des Projektteams:

“Die Wanderbank hat ungewöhnliche Wege gesucht, um Menschen zusammen zu bringen. Es ist ihr auch gelungen…. Sie ist zum Anlass geworden, den es braucht um Initiativen zu starten - wie z.b. das Fest der Gegensätze und der Toleranz. …Wo immer das Anliegen der Wanderbank thematisiert worden ist, wenn gesprochen wurde über Heimat und Heimatlosigkeit, Neuzugezogene, Lebens- und Arbeitsbedingungen heute, da war sofort Interesse da, da wurde diskutiert, mitunter kontrovers, aber nie gelangweilt….Es wird etwas bleiben, von der Stimmung der Zusammengehörigkeit, von den geknüpften Kontakten, von den Eintragungen ins Gästebuch.”