voelkergartenVÖLKERGARTEN - GARTEN DER VIELFALT

Den ganzen Monat Mai trug die städtische Parkanlage „Volksgarten” den Namen „Völkergarten - Garten der Vielfalt”. In Zusammenarbeit mit Vereinen und Organisationen vor Ort wurde der Park zu einem Veranstaltungsort für Präsentationen, Aktionen, Interventionen, Diskussionen und auch Unterhaltung. Die Vielfalt der Veranstaltungen spiegelte die Vielfalt im Kulturhauptstadtteil wider.

Im Mittelpunkt standen vor allem die unterschiedlichen Sprachen, die in dem Viertel gesprochen werden. Arbeiten, die durch Kooperationen mit Schulen entstanden sind, aber auch filmische Auseinandersetzungen an zwei Open-Air-Abenden wurden dazu präsentiert.

Sportliche Aktivitäten und Aktionen verbinden durch ein international gültiges Regelwerk, ohne die sprachlichen Unterschiede in den Mittelpunkt zu rücken. Ein Wettkampf für Kinder und Jugendliche und ein Fussballturnier für Erwachsene fand in diesem Rahmen statt.

Das Theaterstück „Quizoola!” von Tim Etchells zeigte an zwei Abenden DarstellerInnen unterschiedlicher Herkunft, unter der Regie von Daniel Gollme. In Form von Dialogen, einem vielseitigen Fragen- und Antwortspiel konnte den Gesprächen, im ganzen Park verteilt, gelauscht werden.

Künstlerische Positionen dienen auf einer anderen Ebene der Auseinandersetzung mit der Thematik „Völkergarten - Garten der Vielfalt” im Volksgarten in Linz. Diese Installationen von Pia Schauenburg Pia Schauenburg („Hoamatgsang - A Folk Song”) und Alexander Jöchl (Vo(l)kabel + „Ain´t I a woman?”) wurden für den ganzen Monat im Park gezeigt.

Ein Container diente als Depot für den GastGarten. Hier wurde eine mobile Küche installiert, wo von internationalen KöchInnen die kulinarische Vielfalt vorgestellt wurde. Bei der Bewirtschaftung des GastGartens wechselten sich KöchInnen des Haus der Frau mit den BewohnerInnen des Flüchtlingsheims Rudolfstraße ab.Gekocht wurde immer an den Tagen, an denen auch Veranstaltungen stattfanden, jeweils donnerstags und samstags.

Über die Reaktionen auf die künstlerischen Positionen im Park von Pia Schauenburg und Alexander Jöchl ein Auszug aus dem Endbericht der ProjektträgerInnen:

„Die drei Objekte stießen auf unterschiedliche Resonanz im Park. Das erste Wochenende nach der Eröffnung überstanden nicht alle Installationen. Die Zelte von Alexander Jöchl wurden schwer beschädigt und zum Teil abmontiert. Technisches Equipment der Klanginstallation von Pia Schauenburg wurde auch demoliert und entwendet.

Der Gesang der Installation „Hoamatgsang - A Folk Song” wurde zum Teil als lärmbelästigend empfunden, obwohl die Ruhezeiten eingehalten wurden.

Nach dem ersten Wochenende musste die Projektleitung eine massive Zerstörung bei zwei von den drei Installationen feststellen. Die technischen Instrumente der Klanginstallation waren so sehr beschädigt, dass eine komplette Neuinstallationen in sichererer Form vonnöten war. Die Zelte des Pojekts „Vo(l)kabel” waren fast alle beschädigt und mussten im Lauf der weiteren Wochen immer wieder neu aufgestellt werden. Insgesamt wurden 3 entwendet.”

Aus dem Resümee oder der abschließenden Bewertung der ProjektträgerInnen (Auszug aus dem Endbericht):

„Durch die Positionierung im öffentlichen Raum stellte sich das Projekt einer breiten Öffentlichkeit. Die regelmäßigen BesucherInnen des Parks trafen auf die BesucherInnen und TeilnehmerInnen der unterschiedlichen Programmpunkte. Diese beiden Personengruppen zusammenzubringen ist vor allem bei den Kinderprogrammpunkten sehr gut gelungen. Durch die Öffentlichkeit und Präsenz des Containers und der Infotafeln war das Programm vor Ort bekannt und konnte gut vermittelt werden. Aufgrund konkurrierender Veranstaltungen im öffentlichen Raum (Festival der Regionen) fanden die Veranstaltungen keine wirkliche mediale Resonanz. Erst nach der massiven Sachbeschädigung der künstlerischen Interventionen und der anschließenden Presseaussendung, wurden auch die lokalen Printmedien auf das Projekt aufmerksam.

Der Versuch Aktionen zu setzen, die sich auch durch Nachhaltigkeit auszeichnen können, erwies sich als schwieriger als erwartet. Die Vorarbeitszeit war diesbezüglich einfach zu kurz und das Programm insgesamt zu unterschiedlich um sich auf einen speziellen Punkt zu konzentrieren und eine Art Grundlagenarbeit zu leisten, die dann aufzugreifen wäre und weiter ausgearbeitet und fortgeführt werden kann.

Der Literaturwettbewerb, der in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Leonding stattgefunden hat, ist ein Beispiel dafür wie es entgegengesetzt funktioniert hat. Das schon bestehende Projekt Sprichcode konnte in einer Abwandlung übernommen und so auch ein wenig zum Probedurchlauf einer Variante des Wettbewerbs gemacht werden.

Das Fussballturnier „Aus dem Abseits für Integration” war ein Programmpunkt, der von den HeimleiterInnen der Rudolfstraße schon einmal durchgeführt wurde und auch im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden kann.”